
Entwicklungshürden der Elektromobilität
Das Verhältnis zwischen Antriebsparadigma und Automobilleitbild
[Christian Scherf]
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Im Entwicklungsplan Elektromobilität der Deutschen Bundesregierung wird "eine technologische Zeitenwende im Verkehrsbereich" angekündigt. Tatsächlich zeigt die technikhistorische Rückschau, dass die Wahl des Antriebs die Bedeutung des Automobils insgesamt beeinträchtig.
Im vorliegenden InnoZ-Baustein wird mit den Begriffen Paradigma und Leitbild eine soziologische Unterscheidungshilfe vorgeschlagen, um die innerwissenschaftliche mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung zu vergleichen. Die Begriffe beschreiben in doppelter Hinsicht die kulturelle "Verfestigung" automobiler Entwicklungen zu einem Funktionsraum aus technischer, politischer und sozialer Dimension. Die Geschichte des Elektromobils zeigt, dass es nicht allein aufgrund technologischer Defizite unterlegen war, sondern weil es den einmal gesetzten Parametern des automobilen Funktionsraums immer weniger entsprach. Dies zeigt das Beispiel des gescheiterten Elektromobiles im Frankreich der 1970er Jahre.
Die Arbeit gelangt zu dem Schluss, dass für den Erfolg der Elektromobilität das Verhältnis zwischen den Überzeugungen der Fachwelt und den Ansprüchen der Öffentlichkeit von zentraler Bedeutung ist. Ein ausgewogenes Verhältnis ist durch eine "konzertierte Aktion" aus technologischem Paradigmenwechsel und gesellschaftlichem Leitbildwandel erreichbar. Dies beinhaltet ein grundlegend neues Verständnis von (Auto)mobilität, wie es sich durch Schlagwörter wie City Car, Public Electric Car oder Vehicle to Grid bereits abzeichnet.