Nachlese zum Intelligent City Salon

Elektropolis 2.0? - Infrastruktur und Energieversorgung in der Stadtbaukultur Berlins von der Gründerzeit bis heute, vom 23.11.2010.

Die zweite Veranstaltung der Reihe Intelligent City warf einen "Blick zurück nach vorn". Georg Windeck (The Cooper Union for the Advancement of Science and Art) zeichnete die Zusammenhänge zwischen Metropole und Energie des letzten Jahrhunderts nach und stellte Fragen von aktueller Brisanz.


Die Struktur von Berlin ist seit der Gründerzeit durch verschiedene infrastrukturelle Transformationen entscheidend geprägt worden. Sowohl funktional als auch gestalterisch und symbolisch ist das Erscheinungsbild der Stadt und ihr grosstädtisches Leben durch den experimentellen Einsatz von innovativen Technologien bestimmt, die mit sozioökonomischen, kulturellen und energietechnischen Zielsetzungen einhergingen.

Die Identität der heutigen Stadt ist die Summe einzelner städtebaulicher Experimente, die jeweils ein urbanistisches Ideal verfolgten, auf das mit technologischen und planerischen Bemühungen hingearbeitet wurde. Als industrielle Hauptstadt im Beginn des 20. Jahrhunderts war Berlin als "Elektropolis" ein Ort der Herstellung von innovativer Elektrotechnologie und ein Laboratorium ihrer Anwendung. Firmen wie AEG und Siemens verfolgten die Umsetzung von technologischem Fortschritt mit einem humanistischen Leitgedanken, in dem die Industriestadt zu einem modernen und lebenswerten Ort ausformuliert wurde. Mit Strassenbahnen, Stadtbahnen, und Untergrundbahnen bildete die elektrische Mobilität einen Kernpunkt der Verknüpfung von effizientem Massentransport und städtebaulichen Absichten. In der "Autopolis" der Nachkriegszeit bildete der Ausbau der Stadtautobahnen und die verkehrsgerechte Planung des Strassenraums ein anderes Stadtideal, das sich tief in die Struktur der Stadt eingeprägt hat.  

Wie gehen wir heute mit diesen vorhandenen Infrastrukturen um? Wie kann man sie nach den neuen Anforderungen unserer Zeit anpassen, umdeuten, ausbauen und neu verstehen? Welche Lehren kann man aus den bisherigen Transformationen ziehen um die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ziele einer nachhaltigen Stadtplanung zu definieren. Welche urbanistischen Ideale wollen wir für eine "Elektropolis 2.0" formulieren, und mit welchen Technologien können wir auf sie hinarbeiten?


> Zum Vortrag von Georg Windeck: Electropolis 2.0

 

 

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