HyTrustPlus

Ausgangslage und Ziele des Projektes: 

Die ersten Brennstoffzellenfahrzeuge gehen in Kürze in den Verkauf, ein zentraler Schritt in die Wasserstoffmobilität steht bevor. Doch Wasserstoff kann nicht nur in der Mobilität eine wichtige Rolle einnehmen. Erste Pilotprojekte verbinden verstärkt erneuerbare Energien und Wasserstoffökonomie u.a. im Bereich Energiespeicherung. Aber die Infrastruktur wie auch breite Bevölkerungsteile und relevante Stakeholder sind noch nicht ausreichend auf diesen Schritt vorbereitet. Deshalb bezieht das Forschungsprojekt HyTrustPlus Ideen, Erwartungen und Gestaltungspotentiale gesellschaftlicher Akteure aktiv in den Aufbau der Wasserstoffökonomie ein. Dadurch soll der technologische Systemwechsel zur Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie konzeptionell vorbereitet und aktiv gestaltet werden.

Bereits mit dem Vorgängerprojekt HyTrust – Auf dem Weg in die Wasserstoffgesellschaft (2009 – 2013) förderte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die Untersuchung der gesellschaftlichen Auswirkungen bei der Einführung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Mobilitätssektor. Aufbauend auf diesen Ergebnissen liegt der Fokus nun auf der gesellschaftlichen Etablierung der Wasserstoffökonomie im Rahmen der Energiewende in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität.

Projektinhalte und Arbeitsschwerpunkte InnoZ: 

Das InnoZ verantwortet als Konsortialführer die Projektkoordination und leitet die Arbeitspakete 4 „Identifizierung und Bewertung neuer Beteiligungs- und Kooperationsformate“  und 6 „Lernorte schaffen, die die Wasserstoffökonomie ganzheitlich erlebbar machen“. Darüber hinaus ist InnoZ am Arbeitspaket 5 „Stakeholderdialoge zur Erarbeitung regionaler Nutzungs- und Finanzierungskonzepte“ beteiligt.

In diesen Arbeitspaketen fokussiert sich das InnoZ auf drei Aufgabenfelder:

1. Bestehende und neue Beteiligungs- und Kooperationsformate sind zu identifizieren und zu bewerten, da diese auf dem Weg zu systemischen Mobilitätslösungen zentral sind. Aus diesem Grund erfolgt im Rahmen einer Fallstudie eine tiefgreifende Analyse von Kooperationselementen. Es wird untersucht, inwiefern heute strikt getrennte Branchen in Zukunft unter Berücksichtigung von Technologie- und Anwendungssynergien enger kooperieren können. Dabei ist neben der Autoindustrie vor allem die Energie-, Gas- und Treibstoffindustrie zu berücksichtigen. Zudem ist die Verknüpfung mit weiteren Technologietrends – wie dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, Smart Grids oder Lastenmanagement in die Überlegungen einzubeziehen. Weitere Informationen

2. Dialoge zur weiteren Etablierung der Wasserstoffökonomie in den Regionen anregen und begleiten: Insgesamt werden sechs aufeinander aufbauende Stakeholderdialoge stattfinden. Die Stakeholderdialoge verfolgen den Grundsatz „Miteinander statt übereinander reden“. In einem mehrstufigen Dialogprozess wird mit regionalen Akteuren an einem Konzept für eine regionale Energieversorgungsstrategie gearbeitet. Dabei sollen übergeordnete Leitfragen wie beispielsweise „Wo und wie kann eine auf erneuerbaren Energien basierende Wasserstoffwirtschaft einer Region einen Mehrwert bieten?“ beantwortet werden. Weitere Informationen

3. Lernorte schaffen: Es sollen einerseits Lernorte entstehen, welche der Bevölkerung die Potenziale von Wasserstoff im Verkehrs- und Energiesystem aufzeigen und erlebbar machen und den Meinungsbildungsprozess zu der Wasserstoffökonomie anregen. Auf dem EUREF-Campus sollen daher neben einem Showroom, der die gesamte Wertschöpfungskette der Wasserstoffökonomie erlebbar macht, Probefahrten mit Wasserstofffahrzeugen angeboten werden. Weitere Informationen

Ziele des Projektes

Bisher wurde die Wasserstoffökonomie vor allem von der technischen Entwicklung geprägt. Zur Umsetzung der beabsichtigten breiten Beteiligung gesellschaftlicher Akteure, hat sich das Projekt insbesondere zwei Ziele gesetzt: 

  • Entwicklung von Geschäfts- und Beteiligungsmodellen für relevante Stakeholder aus Industrie, Politik, Verbänden sowie aus der lokalen Zivilgesellschaft
  • Schaffung eines gesellschaftlichen Themenbewusstsein zur Wasserstoffmobilität und -ökonomie sowie Leistung der notwendigen Aufklärungsarbeit
Beteiligte Projektpartner: 

IFOK GmbH, re:member- Wandel mitgestalten, Spilett New Technologies GmbH, VKP Engineering GmbH

Projektlaufzeit: 
01.09.2014 bis 31.12.2016