modalyzer - Erfassung von Mobilitätsdaten mittels Smartphones

Ausgangslage und Ziele des Projektes: 

Mit modalyzer hat das InnoZ ein vollautomatisches und passives Erhebungsinstrument für Mobilitätsdaten via Smartphones entwickelt und ist kontinuierlich mit der Verbesserung der Algorithmik, Akkulaufzeit und Nutzerinteraktion beschäftigt. Die modalyzer-App greift auf die Sensorik der Smartphones zu, um vollautomatisch Standortinformationen (GPS) und Beschleunigungs- und Gyroskopdaten zu sammeln. Diese passiv generierten Daten werden mittels Algorithmen im Backend-System zu Etappen prozessiert und einem Verkehrsmittel zugeordnet. Derzeit werden voll-automatisch neun verschiedene Verkehrsmittel unterschieden: Fußweg, Rad, Auto, Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn, Regionbahn und Fernzug. Zu allen Verkehrsmitteln erhält der Nutzer Informationen zu Nutzungsdauer, zurückgelegte Distanz und der Geometrie, also dem räumlichen Verlauf. Tagesweise werden Informationen zu Anzahkl der Etappen, Kilometern, Unterwegszeit und Emissionen als CO2-Äquivalente ausgegeben.

Über die Projektwebseite oder direkt durch die App erhalten die Nutzer stets Feedback über die Aufzeichnungen. Die Datenhoheit verbleibt beim Nutzer, er kann jederzeit die Daten tageweise oder umfassend löschen. Visuelles Feedback und umfangreiche, individuelle Statistiken geben dem Nutzer ein besseres Verständnis über die eigene Mobilität und motivieren ihn zur dauerhaften Nutzung. Die zum modalyzer-System zugehörige Webseite ermöglicht darüber hinaus die Einbindung von Umfragen und verbessert die direkte Kommunikation zwischen Nutzern und Untersuchenden.

Projektinhalte und Arbeitsschwerpunkte InnoZ: 

Hintergrund und Motivation des Projekts bildet die Erfahrung, dass klassische Mobilitätsuntersuchungen auf Basis von Wegetagebüchern in Ihrer Aussagekraft begrenzt sind. Bislang waren Stichtagsuntersuchungen das Mittel der Wahl, um einerseits Informationen über das individuelle Mobilitätsverhalten zu sammeln, dabei aber andererseits die Belastung für die Teilnehmer möglichst gering zu halten. Bei diesen Stichtagsuntersuchungen lassen sich jedoch eher selten genutzte Mobilitätsangebote wie bspw. Bike- oder Carsharing nur schwer erfassen. Auch deren Habitualisierung, also die Art und Weise, wie sich die Nutzung neuer Mobilitätsangebote als Routine ausbildet, konnte nur unzureichend erfasst werden.

Neben der begrenzten Anwendbarkeit auf bestimmte Verkehrsformen bergen klassische Wegetagebücher die Gefahr systemischer Fehler, wie das Über- oder Unterschätzen von Reisedauern und -distanzen. Auch der Umgang mit kurzen Wegen und Wegeunterbrechungen wird nicht von allen Probanden gleichermaßen bewertet. Das führt dazu, dass der Abstecher zum Bäcker auf dem Weg zur Arbeit mal als ein, mal als zwei Wege bewertet werden, je nach subjektiver Einschätzung.

Das InnoZ zielt mit dem modalyzer-System damit nicht nur auf die Umsetzung eines elektronischen Erfassungsystems für Mobilitätsdaten, vielmehr wird der Ansatz verfolgt, eine umfassende Methodik zu etablieren, die systemischen Fehler und subjektiven Bewertungen zugunsten eines objektiven und wissenschaftlichen Kriterien genügenden Verfahrens ersetzt.

Ergebnisse: 

modalyzer konnte seine Praxistauglichkeit bereits in zahlreichen Untersuchungen unter Beweis stellen, u.a. RadSpurenLeser, DIMISMultimo, eGAP, WiMobil. Dabei konnte modalyzer tiefgreifende neue Erkenntnisse über die Nutzung, vor allem aber über die Kombination verschiedener Verkehrsmittel liefern (Intermodalität). Die Einbindung weitere Datenquellen erlaubt darüber hinaus die Identifikation und Bewertung neuer Mobilitätsangebote wie Car- und Bikesharing. Durch längere Untersuchungszeiträume kann auch die Einbindung neuer Mobilitätsangebote in die Routinen der Nutzer erfasst und bewertet werden. Schließlich bieten die modalyzer-Daten die Grundlage für die Erstellung von Verkehrsmodellen und darauf aufbauenden Verkehrskonzepten.

[Informationen zu modalyzer]

 

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