multimo – Neue Trends in der Alltagsmobilität

Ausgangslage und Ziele des Projektes: 

Es gibt eine Vielzahl neuer Entwicklungen und Trends in der Alltagsmobilität. Die Anzahl der Carsharer nimmt von Jahr zu Jahr zu. Das Fahrradfahren hat
Rückenwind. Die ersten Elektroautos werden auf den Straßen gesichtet. Vor allem in den großen Städten entscheiden sich mehr junge Menschen als früher für Bus oder Bahn.

Im Projekt multimo wurde das Zusammenspiel der neuen Verkehrsangebote wie etwa dem Carsharing, Fahrradverleihsystemen und der Elektromobilität mit den bewährten Angeboten des öffentlichen Verkehrs genauer analysiert. Im Fokus standen Kundenbedürfnisse und Erwartungen an die neuen Angebote. Neben kurzen Online-Befragungen wurden interessierte Nutzer auch dazu eingeladen, ihr eigenes Mobilitätsverhalten über 14 Tage zu beobachten. Dazu standen im Projekt vom InnoZ entwickelte Smartphone-Apps (iOS und Android) sowie Online-Tagebücher zur Verfügung.

Beantwortet wurden vielfältige Fragen: Welche Trends sind bereits im Alltag angekommen? Zu welchen Anlässen werden die neuen Angebote genutzt? Wie werden sie bewertet und was lässt sich noch verbessern? Wo drückt der tägliche Mobilitätsschuh? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, werden Personen befragt, die bereits Erfahrungen mit den neuen Mobilitätskonzepten und Technologien gemacht haben.

Projektinhalte und Arbeitsschwerpunkte InnoZ: 

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Erhebung von Mobilitätsdaten, mit denen detaillierter als bisher inter- und multimodales Verkehrsverhalten analysiert werden kann. Das InnoZ setzte dazu die App modalyzer ein. Die App erlaubt es Nutzern von Android- und iOS-Geräten, ihr Mobilitätsverhalten mit geringem Aufwand über längere Zeiträume aufzuzeichnen. Die so gewonnenen Daten wurden genutzt, um neue Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten und zur Nutzung neuer Mobilitätsdienstlesitungen zu gewinnen.

Ergebnisse: 

Neue Methoden der Datenerhebung sind notwendig, um inter- und multimodales Verkehrsverhalten besser verstehen und somit zielgerichteter fördern zu können. Im Projekt multimo wurde gezeigt, dass mittels GPS-Tracking Mobilitätsdaten in hohem Detailgrad aufgezeichnet werden können. Die Auswertungen zur Inter- und Multimodalität zeigten unter anderem, dass Intermodalität große Anforderungen an die Nutzer stellt und intermodale Wege in der Praxis nur selten vorkommen. Intermodale Wege sind häufiger Routinewege als für die Person unbekannte Wege. Je größer die zurückgelegten Distanzen, desto höher die Wahrscheinlichkeit intermodaler Wege. Flexibilität und Möglichkeit zur spontanen Nutzung machen den Pkw und das Fahrrad zu wichtigen Mobilitätsbausteinen im multimodalen Alltag. Car- und Bikesharing-Angebote erleichtern multimodales Verkehrsverhalten und stellen eine Alternative zum privaten Pkw-Besitz dar. Multimodalität spart Mobilitätskosten. Das Smartphone als Hilfsmittel zur Organisation der Mobilität ist im Alltag der Multimodalen allgegenwärtig, wird aber auf Routinewegen relativ selten genutzt.

Auftraggeber/Zuwendungsgeber: 

Die Studie wurde in Kooperation mit den Verkehrsunternehmen und -verbünden BVG, VBB, VBN, DVB, GVH, KVB, VRS, LVB, SSB, MVV, HVV, RMV, VRR sowie dem VdV – Verband Deutscher Verkehrsunternehmen durchgeführt.

Beteiligte Projektpartner: 

Die Fragestellungen zur Inter- und Multimodalität wurden gemeinsam mit infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH bearbeitet.

Projektlaufzeit: 
01.01.2015 bis 30.09.2015