Zukunft heute erfahren – Autonome Mobilitätsdienste in der Stadt (Shuttle-Demonstrator EUREF-Campus)

Ausgangslage und Ziele des Projektes: 

Das hier beschriebene Pilotprojekt bildete den Auftakt zur Entwicklung einer Reihe von Use Cases für autonome Shuttles im Stadtverkehr. Besucher und Beschäftigte auf dem EUREF-Campus konnten den autonom fahrenden Elektrokleinbus testen. Folgende Ziele wurden bis August 2017 umgesetzt:

  • Intensive Erprobung und Demonstration mit dem Prototypen eines autonomen Shuttles der Marke Local Motors mit elektrischem Antrieb aus regenerativ erzeugtem Strom
  • Realisierung eines Liniendienstes auf dem Campus, Zielgruppe: Beschäftigte und Besucher des Areals, dabei intensive Befragung der Nutzer
  • Technische Machbarkeit des autonomen Fahrens in unterschiedlichen Situationen (u.a. Wetter, Verkehr, Bautätigkeiten)
  • Vorbereitung späterer Anwendungen, z.B. die bedarfsorientierte On-demand-Bedienung der Strecken auf dem Campus, Entwicklung einer App zur Nutzerkommunikation
Projektinhalte und Arbeitsschwerpunkte InnoZ: 

Das InnoZ kümmerte sich um die organisatorische und technische Vorbereitung des Projekts, führte den Pilotbetrieb durch und hatte die Projektkoordination inne. Die lange Vorbereitungsphase beinhaltete u.a. die Klärung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Erstellung eines passfähigen Betriebskonzepts. Darüber hinaus wurden auf dem Gelände des EUREF-Campus gemeinsam mit dem Eigner des Areals alle notwendigen Anpassungen bspw. von Verkehrsanlagen beplant und abgestimmt. Dreh- und Angelpunkt des Betriebs war die ständig besetzte „Leitwarte Autonomes Fahren“, von der aus unsere Stewards eingesetzt werden. Das Fahrzeug und die Fahrgäste werden aus Sicherheitsgründen ständig durch einen Steward betreut, der es jederzeit zum Stehen bringen und u.a. kleine Reparaturen durchführen konnte. Nicht zuletzt war das InnoZ für die Erfassung und Auswertung des Nutzerfeedbacks anhand elektronischer Fragebögen zuständig, um eine zeitnahe Rückkopplung des Fahrgastinputs zur iterativen Produkt- und Systemoptimierung zu gewährleisten. Da es sich um einen öffentlich zugänglichen Demonstrator handelte, kamen der Öffentlichkeitsarbeit und der Beantwortung von Anfragen seitens Anwendern, Verbrauchern sowie aus Wirtschaft, Medien und Politik in enger Abstimmung mit den Projektpartnern eine besondere Bedeutung zu. Dazu zählte auch die Durchführung themenbezogener Veranstaltungen sowie die Koordination und Information von Besuchergruppen und Delegationen.

Ergebnisse: 

Während der knapp neunmonatigen Betriebsphase konnte die Innovation „Autonomes Shuttle“ einerseits gründlich erprobt und andererseits einer möglichst großen Zahl interessierter Personen im laufenden Betrieb näher gebracht werden. Insgesamt wurden über 2.300 Personen befördert. Parallel zum vergleichsweise einfachen Linienbetrieb konnten wichtige Voraussetzungen geschaffen werden, um auf dem EUREF-Campus und zeitnah auch im öffentlichen Straßenraum die nächsten Entwicklungsschritte gehen zu können: Betrieblich betrifft dies z.B. die Umstellung von Linien- auf On-demand-Bedienung und die Verbindung auf der „letzten Meile“ zu einem Umsteigebahnhof über öffentliche Straßen, sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen dies zulassen. Technisch betrifft dies bspw. die Befähigung zum induktiven Laden auch während kurzer Betriebspausen. Zur Optimierung des Systems wurden und werden die Fahrgäste und ihr Feedback mit einbezogen.

Erfahrungsbericht vom ersten Testfeld zur integrierten urbanen Mobilität der Zukunft

Beispielhafte Auswertungen der Fahrgast-Befragung:

Nutzerbefragung ÖV

Nutzerbefragung ÖV

Publikationen:

Pilotbetrieb mit autonomen Shuttles auf dem Berliner EUREF-Campus
[Frank Hunsicker, Andreas Knie, Gernot Lobenberg, Doris Lohrmann, Ulrike Meier, Sina Nordhoff, Stephan Pfeiffer; in: Internationales Verkehrswesen, Jg. 69, Ausg. 3, S. 56-59.]
 

Projektlaufzeit: 
01.11.2016 bis 15.08.2017
Ansprechpartner: